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St. Petersburg – die Bedeutung dieser Stadt ist zum einen verbunden mit Zar Peter I, dem Großen, doch ein jeder denkt auch gleich an den Winterpalast und die Eremitage, die heute zu den größten 4 Ausstellungen der Welt gehört.

Der Architekt Peters des Großen, Bartolomeo Rastrelli, baute und konzipierte den Winterpalast von 1754 bis 1762. Rastrelli, DER Verteter des in St. Petersburg allgegenwärtigen Barock-Stils neben den Bauten von Carlo Rossi, dem Vertreter des Klassizismus, schuf diese Bauwerke mit den typischen Säulen, Statuen und Stuckarbeiten. Es entstanden rund 1000 Räume, die heute im Gesamtensemble mit den Gebäuden der Eremitage alle Epochen der Kunst mit etwa 3 Millionen Exponaten in rund 400 restaurierten Räumen und Sälen beheimaten.  

Mit Beginn der Regentschaft Elisabeths I, der Tochter Peters des Großen und Katharina I., also ab 1742 wird der Winterpalast Regierungssitz der russischen Zaren, und das bis zum Ende der Dynastie der Romanows, dem Ende des Zarentums überhaupt 1917.

Jede Zarin, jeder Zar hat im Winterpalast eigene Vorstellungen realisiert, so dass der Winterpalast an sich schon ein Dokument der unterschiedlichen Zarenepochen darstellt.

 Zum Aufbau allgemein muss unterschieden werden zwischen dem Winterpalast, eben der Zarenresidenz und der Eremitage (Einsiedelei). Dort wurde die ersten Sammlungen „installiert“, die dem Kunstgenuss, der Zerstreuung dienten. Das Gesamtensemble wuchs auf rund 1100 Räume an. Erst Katharina II, die Große, liess 1764 von Jurij Felten gleich neben der Alten Eremitage die Kleine Eremitage bauen. Diese sollte eine intimere Atmosphäre schaffen. Somit erstreckt sich am Newa-Ufer im frühklassizistischen Stil über eine Länge von 230 Meter zunächst die Kleine, dann die Alte Eremitage (auch Reservepalast) gefolgt vom  Eremitage Theater, das bis 1787 nach Entwürfen von Giacomo Quarenghi erbaut wurde und schließlich die Neue Eremitage (nach 1839) und der Winterpalast. Im Winterpalast wurden nur die wertvollsten Materialien, wie Marmor, Malachit, Jaspis, seltene Hölzer und Edelsteine „verbaut“. Die Geschossfläche beläuft sich auf rund 46.000 qm. Eine virtuelle Tour durch die Ausstellungen kann man unter http://www.Hermitagemuseum.org machen.

Mit meinen Bildern möchte ich allerdings ein paar Eindrücke aus der unvorstellbar schönen, prachtvollen und handwerklich traumhaften Ausgestaltung der Gebäude vermitteln. 

 Ohne einen Eindruck des Thronsaals wäre natürlich auch dieser Bericht nicht aussagefähig. Ursprünglich war dort mit sibirischem Marmor gearbeitet worden, nach dem verheerenden Brand 1837 war „nur“ mit Carrara Marmor repliziert worden.



Im Winterpalast gibt sich allerdings noch eine kleinere, intimere Version des Thronsaals, eben für die familiären Anlässe des Zars.



Allgegenwärtig natürlich barocke Säulen aus Marmor mit Blattgoldauflagen.



Neben der Beheizung eines solchen Palastes, ist natürlich auch die Beleuchtung ein größeres Problem. Hier im Winterpalast und der Eremitage finden sich ganze Fluchten von Deckenlüstern mit hunderten von Kerzen. Diese Deckenlüster sind schon Kunstwerke für sich.



Vor ein Problem sind damit vor allem die Domestiken gestellt....wie schafft man es, diese Hunderte von Kerzen mehr oder weniger gleichzeitig anzuzünden ?



Recht einfach: alle Deckenlüster hängen an Flaschenzügen. Sind die Kerzen abgebrannt, wird der gesamte Lüster heruntergelassen. Neue Kerzen werden aufgesteckt, jedoch an den Dochten sind „Zündschnüre“ angebracht. Ist der Lüster nun neu bestückt, werden alle Zündschnüre gleichzeitig angezündet und kurze Zeit später sind alle Kerzen illuminiert.

Besonders auffällig und kunstvoll sind die Deckenarbeiten. In diesem Fall eine Mischung aus Mal- und Holzarbeiten.



Oder diese Besonderheit der russischen Kunst. Eine Deckenarbeit aus reiner Malkunst. Es ist keine Stuckarbeit, sondern ausschließlich eine 3D-Malerei.



Ganz besonders gefallen hat mir die italienische Galerie.



Nachempfunden der Raphael-Galerie im Vatikan, ließ Elisabeth I diesen herrlichen Gang ganz genauso gestalten. Ein Traum von einzelnen Paneelen.



... und kunstvollsten Deckenmalereien und Fresken.



So findet jeder Besucher halt neben den wunderbarsten Exponaten in jeder Ecke Kunstwerke und Kleinode, die vor allem den Künstlern und Handwerkern zur Ehre gereichen.



Copyright Bilder und Text GD

 
   
   
   
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