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Ein Gedicht von "Novalis", Georg Friedrich Philipp von Hardenberg, begleitet mich schon eine längere Zeit:
"Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren Sind Schlüssel aller Kreaturen Wenn die so singen, oder küssen, Mehr als die Tiefgelehrten wissen, Wenn sich die Welt ins freie Leben Und in die Welt wird zurück begeben, Wenn dann sich wieder Licht und Schatten Zu echter Klarheit wieder gatten, Und man in Märchen und Gedichten Erkennt die wahren Weltgeschichten, Dann fliegt vor Einem geheimen Wort Das ganze verkehrte Wesen fort."
Immer
habe ich mich gefragt, welches geheime Wort er da wohl gemeint haben
könnte....Geheim, zu verstehen vielleicht als chiffriert ?
Dieser
Vers Novalis stammt aus seinen Schriften von 1798/99, einer Zeit, die
für ihn wohl stärker als andere Zeiten geprägt waren von Liebe. Von
seiner Liebe zu seiner ersten Frau Sophie, die 1797 starb und seiner
zweiten Frau Julie. Novalis nannte übrigens seine Lieblingsbeschäftigung "Filosophie".
Dieses geheime Wort muss mit allen Inhalten LIEBE sein...Zitat Novalis 1798: "Die Liebe ist der Endzweck der Weltgeschichte".
L eben I ntrovertiv E xtrovertiv B eobachten E ros
Kleine Biographie Novalis:
02.05.1772 - in Oberwiederstedt/Sachsen geboren 1788 - erste Gedichte1790 - 1794 - Studium der Rechtswissenschaften u. Philosophie in Jena, Leipzig und Wittenberg Friedrich Schiller /Lehrer Friedrich Schlegel/Freund 1795 - 1797 - Ehe mit Sophie 1797 - 1799 - Studium an der Bergbauakademie Freiberg 1798 - unter dem Pseudonym "Novalis" erscheinen: Blütenstaub - Blumen - Glauben und Liebe Philosophische, poetische u. naturwissenschaftliche Werke 1799 - Verlobung mit Julie Kontakte zu Ludwig Tieck, J.G. von Herder und Goethe Veröffentlichen: Geistliche Lieder, Philosophische Studien Die Christenheit oder Europa Beginn der Arbeit an Heinrich von Ofterdingen 1800 - Hymnen an die Nacht Medizinische, religiöse und poetische Texte 25.3.1801 - stirbt G.P.F. von Hardenberg

Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast und denke daran, welcher Friede in der Stille sein mag.
Soweit wie möglich versuche mit allen Menschen auszukommen, ohne dich zu unterwerfen.
Sprich deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch den Dummen und Unwissenden, auch sie haben ihre Geschichte.
Vermeide laute und aggressive Personen, sie sind eine Plage für die Seele. Wenn du dich mit anderen vergleichst, dann magst du eitel oder bitter werden, denn es gibt immer größere und geringere Menschen als du.
Freue dich über deine Erfolge und Pläne.
Nimm deine Arbeit ernst, aber bleibe bescheiden; es ist ein wirklicher Besitz in den wechselnden Geschicken des Lebens. Sei vorsichtig mit geschäftigen Dingen, denn die Welt ist voller Listen. Aber sei nicht blind für das Gute. Viele Menschen streben nach hohen Idealen und überall ist das Leben voller Größe.
Sei du selbst. Besonders heuchle keine Zärtlichkeit. Sei aber auch nicht zynisch in Bezug auf die Liebe. Denn angesichts aller Trockenheit und Entzauberung ist sie wiederkehrend wie das Gras.
Nimm gütig den Rat der Jahre an und lass mit Anmut die Dinge der Jugend hinter dir. Nähre die Stärke der Seele, um im plötzlichen Unglück nicht schutzlos zu sein. Aber beunruhige dich nicht mit Grübelein. Viele Ängste werden aus Erschöpfung und Einsamkeit geboren.
Abgesehen von einer gesunden Disziplin sei milde mit dir selbst.
Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne; du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es dir klar ist oder nicht, kein Zweifel, das Universum entfaltet sich wie es soll.
Deshalb sei in Frieden mit Gott. Wie immer du ihn dir auch vorstellst und was immer deine Mühe und Ziele sein mögen in der lärmenden Verwirrtheit des Lebens, halte Frieden mit deiner Seele.
Mit all ihrem Schein, der Plagerei und den zerbrochenen Träumen ist es doch eine schöne Welt.
Sei achtsam und versuche glücklich zu werden.
p.s. Die Lebensregeln von Baltimore stammen von Max Ehrmann aus dem Jahre 1927....Ehrmann wurde 1872 geboren, trat 1894 in die Harvards School of Philosophy ein und studierte dort Philosophie und Recht. Er schrieb sechs Bücher innerhalb von zehn Jahren, bevor ihm klar wurde, dass er davon nicht leben konnte, und eine Laufbahn als Rechtsanwalt einschlug. Er brachte es bis zum stellvertretenden Generalstaatsanwalt, bevor er 1945 starb.Die Desiderata wurde in der St.-Paul’s-Kirche in Baltimore ausgelegt und wird danach auch die „Lebensregeln von Baltimore“ genannt.
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